Vor dem Hintergrund von Digitalisierung, knappen Ressourcen und global verflochtenen Lieferketten steht die Elektronikbranche vor großen Herausforderungen und neue technische wie organisatorische Strategien sind erforderlich. Dabei müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte der Nachhaltigkeit zusammengeführt, Missverständnisse in der öffentlichen Wahrnehmung korrigiert und verlässliche politische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Im Zentrum der Podiumsdiskussion stand die Kreislaufwirtschaft, die durch Recycling, Wiederverwendung und längere Produktlebenszyklen entscheidend zur Ressourcenschonung beitragen kann.
Prof. Dr. Rüdiger Quay diskutierte auf Einladung der Berthold Leibinger Stiftung in Stuttgart gemeinsam mit Alma Spribille (WeTell GmbH) und Dr. Hannes Spieth (Umwelttechnik BW) über innovative Ansätze in der Mikroelektronikproduktion, Herausforderungen in der Transformation des Mobilfunks sowie über Strategien für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im digitalen Bereich. Rüdiger Quay brachte seine wissenschaftliche Perspektive auf nachhaltige Mikro- und Leistungselektronik, technologische Innovationen sowie Verantwortung in Forschung und Anwendung ein. Vorgestellt wurden unter anderem neue Konzepte für die Metall-Wiedernutzung, Wassereinsparung, FAN‑Gas‑Alternativen und Wafer‑Level‑Integration. Diese Beispiele zeigen, dass innovative Lösungen möglich sind. Klare Anreize, verlässliche Daten und ein Produktdesign, das Reparaturfähigkeit und Recycling von Beginn an berücksichtigt, sind notwendig, um das Potenzial zu nutzen.
Zur Einführung informierte ein Video über die Chipproduktion und deren Herausforderungen. Außerdem waren zu Gast auf dem Podium Max Mosig, Doktorand am INATECH, der spannende Einblicke in seine Arbeit über Reinraumprozesse gab, sowie Theresa Seeholzer, ebenfalls Doktorandin und bei Infineon beschäftigt, die am Beispiel der durch Elektronik unterstützten Wundheilung wichtige Aspekte der nachhaltigen Elektronik veranschaulichte.