Die ausgestellte QPU nutzt sogenannte NV-Zentren (Stickstoff-Fehlstellen-Zentren) in Diamant, um mehrere Qubits – die Grundeinheiten der Quanteninformation – zu realisieren. Diamant gilt als besonders vielversprechendes Materialsystem für das Quantencomputing, da NV-Zentren auch bei Raumtemperatur stabil betrieben werden können. Das unterscheidet sie von vielen anderen Qubit-Technologien, die aufwendige Kühlung nahe dem absoluten Nullpunkt benötigen.
Besonders bemerkenswert: Der gesamte Entwicklungsprozess – vom Wachstum des Diamantmaterials bis zur Integration der Qubits auf dem Chip – wurde vollständig am Fraunhofer IAF realisiert. Damit demonstriert das Institut seine einzigartige Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette diamantbasierter Quantentechnologien.
»Wir freuen uns, dass unsere Zukunftstechnologie im Deutschen Museum Nürnberg ausgestellt wird und die Besuchenden unseren diamantbasierten Quantencomputing-Prozessor erleben können«, erklärt Dr. Rebekka Eberle, Gruppenleiterin Quantensystem-Engineering am Fraunhofer IAF. »Der Chip markiert einen Meilenstein in der Arbeit meiner Gruppe, auf unserem Weg zu skalierbarem Quantencomputing bei Raumtemperatur.«
Quantentechnologien erleben im Zukunftsmuseum
Im Herzen der historischen Altstadt zeigt das »Deutsche Museum Nürnberg – Das Zukunftsmuseum«, wie unser Leben in den kommenden Jahrzehnten aussehen könnte. Als Zweigstelle des Deutschen Museums München ist das Zukunftsmuseum eines von nur fünf Zukunftsmuseen weltweit und bündelt auf drei Ebenen Prototypen und Erkenntnisse aus der Spitzenforschung sowie realitätsnahe Szenarien zu einer interaktiven Ausstellung. Fünf Themenbereiche führen in die Zukunft von Arbeit und Alltag, erkunden die Verbindung von Körper und Technik, beleuchten smarte Städte und neue Mobilität, werfen einen Blick auf das globale Klima und eröffnen Einblicke in Raumfahrt und Weltraumforschung.
Neben der technischen Perspektive legt das Zukunftsmuseum besonderen Wert auf Ethik und gesellschaftliche Zukunftsfragen: Im Zentrum des Ausstellungskonzepts steht die Gegenüberstellung von Science und Fiction, um gemeinsam mit den Besuchenden Technikfolgenabschätzungen zukunftsweisender Technologien zu diskutieren. Die Präsentation der QPU verdeutlicht dabei nicht nur, wie weit die Entwicklung von Quantencomputing-Hardware in Deutschland bereits fortgeschritten ist, sondern regt auch zur Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Implikationen dieser Zukunftstechnologie an.