Das Land Baden-Württemberg fördert »Kompetenzzentrum Quantencomputing«

19.3.2020 / Unterstützung in Höhe von 40 Millionen Euro für anwendungsorientierte Forschung zu Quantencomputing in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat bekanntgegeben, dass der Ministerrat einer Förderung zum Aufbau des »Kompetenzzentrums Quantencomputing Baden-Württemberg« der Fraunhofer-Gesellschaft zustimmt. Dafür will die Landesregierung in den kommenden vier Jahren bis zu 40 Millionen Euro bereitstellen. Das Fraunhofer IAF übernimmt die koordinative Führung für das Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Fraunhofer IAO.

 

Innerhalb des Kompetenzzentrums »Quantencomputing Baden-Württemberg« wird Baden-Württemberg das Sitzland des ersten IBM-Quantencomputers auf deutschem Boden werden, um die vorhandene Hightech-Landschaft aus Großindustrie, mittelständischer Industrie, KMUs und Startups für den anwendungsbezogenen Einsatz des Hochleistungsrechners zu nutzen. »Für Baden-Württemberg ist der Quantencomputer ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die entscheidenden Zukunftstechnologien frühzeitig und erfolgreich zu gestalten. Das Potential und die Möglichkeiten sind enorm und vieles davon können wir uns heute noch gar nicht vorstellen. Mit dem Quantencomputer in Ehningen schaffen wir einen Beitrag für ein deutsches Quantentechnologie-Ökosystem mit internationaler Strahlkraft und einen Meilenstein für die technologische Souveränität Deutschlands und Europas«, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Noch im April 2020 soll die Zustimmung des Finanzausschusses eingeholt werden, sodass einem baldigen Beginn der Landesförderung nichts im Wege steht.

→ Zur Pressemitteilung der Landesregierung Baden-Württemberg

 

Koordination durch Fraunhofer IAF und Fraunhofer IAO

Das Fraunhofer IAF übernimmt die koordinative Führung für das Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Fraunhofer IAO. Dabei will das Fraunhofer IAF signifikante Fortschritte in der Performance von verschränkten Qubits und Quantenspeichern beisteuern. Ziel des IAF ist es, durch Forschung und Entwicklung neuartiger Quanten-Hardware die erreichbaren Rechenzeiten von Quantencomputern zu erhöhen und Fehlerraten zu reduzieren. Die Forschung und Entwicklung des Fraunhofer IAF wird sich über die Entwicklung von Quanten-Hardware entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette, d.h. von der Entwicklung neuartiger Materialstrukturen und Prozesstechnologien über die Schaffung einer begleitenden Analytik und Qualitätssicherung quantenelektronischer Bauelemente bis hin zur Erforschung neuartiger Aufbau- und Verbindungstechniken sowie zur Demonstration leistungsfähiger Quantenspeicher und prozessierender Komponenten erstrecken.

Über das Kompetenznetzwerk Quantencomputing Baden-Württemberg

Prof. Dr. Dr. Oliver Ambacher, Institutsleiter des Fraunhofer IAF, spricht über den Nutzen der Kooperation zwischen Fraunhofer und IBM.

Die Fraunhofer-Gesellschaft baut in Kooperation mit IBM Deutschland ein nationales Netzwerk aus Kompetenzzentren im Forschungsfeld des Quantencomputings auf. IBM stellt dafür ab 2021 einen Quantencomputer (IBM Q System) für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten am Standort Ehningen bei Stuttgart als Rechenplattform auf dem weltweit höchsten Stand der Technik (basierend auf einer Matrix von > 25 Qubits) zur Verfügung. Der Standort in Baden-Württemberg ermöglicht den Betrieb dieses IBM-Quantencomputers unter deutscher Gesetzgebung als essentiellen Kern der Gesamtinitiative.

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Weitere Informationen

Kompetenzzentrum Quantencomputing

Weiterführende Informationen zum Kompetenzzentrum Quantencomputing Baden-Württemberg sowie unseren Angeboten finden Sie hier.

Erster Quantencomputer in Deutschland

Die Fraunhofer-Gesellschaft bringt gemeinsam mit IBM den ersten Quantencomputer nach Deutschland, um die anwendungsnahe Quantencomputing-Forschung in der EU voranzubringen.

Quantenforschung am Fraunhofer IAF

Weiterführende Informationen zu unserer Forschung im Bereich der Quantentechnologien finden Sie hier: