Welten verbinden – Zusammenhalt stärken

Das Fraunhofer IAF ist ein »Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen«

Pressemitteilung / 6.6.2018

Ein winziger Quantensensor aus Diamant – Mit dieser Innovation konnte das Fraunhofer IAF die Jury in der Kategorie »Wissen schafft Gesundheit« überzeugen und wurde zu einem von 100 »Ausgezeichneten Orten im Land der Ideen« 2018. Der jährlich vergebene Preis zeichnet Inspiration, Offenheit und mutiges Handeln aus und prämiert innovative Antworten auf gesellschaftliche Fragen.

 

Unter dem Motto »Welten verbinden – Zusammenhalt stärken« stellt der Wettbewerb Projekte vor, die Leuchtturmcharakter haben. Im Zentrum stehen dabei Qualitäten wie Experimentierfreude, Neugier und Mut zum Umdenken. Unter 1500 Einreichungen hat das Fraunhofer IAF die Experten mit dem Projekt des »Winzigen Quantensensors für neue Messverfahren« fasziniert und überzeugt.

Von der winzigen Welt der Quanten zur alltäglichen Anwendung

Mit seinem »Quantensensor« verbindet das Fraunhofer IAF die unsichtbare Welt kleinster Teilchen mit Anwendungen aus unserem Alltag. Er kann in vielen Bereichen eingesetzt werden, unter anderem in der Medizin. Mit seiner Hilfe wird es beispielsweise möglich, Gehirnströme bei Raumtemperatur in hoher Auflösung zu messen. Ein künstlicher Diamant bildet dabei die Basis der Innovation: Dessen Spitze wird durch das Einsetzen eines Elektrons in einer so genannten »Stickstoff-Fehlstelle« zu einem winzigen Magneten, der auf kleinste Ladungen in seiner Umgebung reagiert. Die Empfindlichkeit des nanometergroßen Sensors macht ihn zu einem einzigartigen Messinstrument, dessen Wirkung keineswegs auf den medizinischen Bereich beschränkt ist. Immer kleiner werdende elektronische Bauteile verlangen nach ebenso kleinen Prüfgeräten. Speziell für das Messen von elektronischen Schaltungen ist der Winzling hervorragend geeignet. So können mit dem Quantensensor beispielsweise kleinste Magnetfelder in Festplatten aufgespürt und geprüft werden. Auch die Charakterisierung nanoelektronischer Schaltungen wird mit dem Sensor in einer nie dagewesenen Ortsauflösung möglich.

Strahlende Preisträger auf dem Gelände des Radialsystems V in Berlin.
© Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert

Strahlende Preisträger auf dem Gelände des Radialsystems V in Berlin.

Das IAF wurde in der Kategorie „Wissen schafft Gesundheit“ ausgezeichnet.
© Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert

Das IAF wurde in der Kategorie „Wissen schafft Gesundheit“ ausgezeichnet.

Mit dem Projekt »Winziger Quantensensor für neue Messverfahren« konnte das Fraunhofer IAF überzeugen.
© Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert

Mit dem Projekt »Winziger Quantensensor für neue Messverfahren« konnte das Fraunhofer IAF überzeugen.

Zusammenhalt als Mehrwert für alle

Bei der Preisverleihung wurde die Vielfalt der ausgezeichneten Projekte deutlich. Im Fokus der Auszeichnung stand das Verbinden eigentlich gegensätzlicher Welten. So lobte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI): »Die Preisträger verbinden dank ihrer innovativen Ideen Welten – Jung mit Alt, Starke mit Schwachen, Stadt mit Land, Sozialprojekte mit Hightech. Sie beweisen, dass es uns allen Mehrwert bringt, wenn mutige Ideen gefördert und geteilt werden. Ihre 100 Innovationen machen die Gesellschaft ein Stück besser.«

Harald Eisenach, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Ost und Leiter der Firmenkunden Region Ost der Deutschen Bank, betonte mit Blick auf die Zukunft: »Die ausgezeichneten Ideen belegen eindrucksvoll: Wir sind ein sehr innovatives Land. Und wir halten zusammen – trotz aller Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.«

Über den Preis

»Deutschland – Land der Ideen« ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den BDI. Gemeinsam mit der Deutschen Bank als Partner und Nationaler Förderer des Wettbewerbs »Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen« richten sie den Wettbewerb seit 13 Jahren aus. Das Ziel ist es, Innovationen aus Deutschland im In- und Ausland sichtbar zu machen und die Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu stärken. Bewertet wurden die eingereichten Projekte nach ihrer Zukunftsorientierung, der gezeigten Innovationsstärke und ihrer Vorbildwirkung.

 

 

 

Die Verwendung der Fotos ist nur im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung gestattet.

Weiterführende Informationen

Video

Um mit Diamantsensoren Magnetfelder zu identifizieren, wird in einer winzigen Diamantspitze ein Stickstoffatom eingebracht. Über die Elektronen des entstehenden Stickstoff-Vakanz-Zentrums können mit der ESR-Spektroskopie selbst kleinste magnetische Felder bei Raumtemperatur detektiert werden.