»Perlen der Forschung« für die Bundeskanzlerin: diamant-basierte Quantensensoren aus dem IAF

Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, überreicht Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen synthetischen Diamanten aus der Präsentation des Fraunhofer IAF.

»Perlen der Forschung«: Innovative und anwendungsnahe Projekte präsentierten Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft am 10. Januar gemeinsam Bundeskanzlerin Merkel.

Forscherinnen und Forscher der Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft präsentierten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 10. Januar 2017 in Berlin »Perlen der Forschung für die Anwendung«. Mit dabei waren Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rainer Sontowski und weitere hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zusammen mit neun weiteren Instituten präsentierte das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF neueste Forschungsergebnisse. Der Beitrag des Fraunhofer IAF hatte neuartige Quantensensoren auf der Basis von Defektzentren in Diamant zum Gegenstand, welche die Messung auch sehr kleiner Magnetfelder mit extrem guter räumlicher Auflösung ermöglichen werden.

 

Hochempfindliche Diamantsonden als innovative Quantensensoren

Im Beitrag des Fraunhofer IAF wurde ein erfolgreiches Kooperationsprojekt mit der Max-Planck-Gesellschaft vorgestellt. Forscherinnen und Forscher am IAF, an der Universität Stuttgart und am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung entwickeln gemeinsam hochempfindliche Diamantsonden als Basis für neuartige Quantensensoren. Diese sind in der Lage, kleinste magnetische Felder mit nanometergenauer Ortsauflösung zu vermessen. Die Sensoren sollen künftig zur Analyse und Kontrolle von magnetischen Speichermedien eingesetzt werden. Fehlerhafte Festplattenbereiche könnten so noch in der Fertigung identifiziert und Ausschussraten sowie Produktionskosten wesentlich reduziert werden. Weitere vielversprechende Einsatzmöglichkeiten eröffnen sich in der Biomedizin.

 

Schulterschluss von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung

Die »Perlen der Forschung« fanden bei Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel großen Anklang: »Durch die Präsentation fühlen wir uns ermutigt, die verlässlichen finanziellen Rahmenbedingungen auch weiter zur Verfügung zu stellen, die ja doch dazu geführt haben, dass Deutschland ein attraktiver Ort ist, an dem geforscht werden kann«, sagte die Kanzlerin.

In seinem Schlusswort stellte Prof. Dr. Reimund Neugebauer die Notwendigkeit der Förderung von kritischen Schlüsseltechnologien heraus, um die Innovationskraft der Standorte Deutschland und Europa zu sichern: »Neben der Kooperation von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben wir eindrucksvoll auch über den Schulterschluss von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung gezeigt, dass sowohl Perlen als auch Diamanten entstehen.« Nun gelte es, die Perlenkette zu verlängern und nicht abreißen zu lassen, um die bestmöglichen Voraussetzungen zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien und auch disruptiven Innovationen gewährleisten zu können.

Die Idee für die Veranstaltung entstand aus dem Innovationsdialog im Bundeskanzleramt. Der Innovationsdialog zwischen der Bundesregierung sowie hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, ist eine unabhängige Fachberatung der Bundesregierung zu innovationspolitischen Themen. Mitglieder dieses Steuerkreises sind unter anderem der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Reimund Neugebauer sowie der Max-Planck-Präsident Prof. Dr. Martin Stratmann.