Workshop des Exzellenz-Clusters »BrainLinks-BrainTools« am Fraunhofer IAF

Der Exzellenz-Cluster »BrainLinks-BrainTools« der Universität Freiburg veranstaltete am 19. und 20. September in den Räumen des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF seinen ersten Workshop. Fast ein Jahr nach der Gründung der interdisziplinären Forschungsinitiative im Bereich der Neurotechnologie diskutierten die etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre aktuellen Forschungsergebnisse sowie Inhalte der zukünftigen Arbeit. Ein zentraler Programmpunkt war eine Poster-Session mit 40 Postern im Foyer des Instituts.

Der Exzellenz-Cluster »BrainLinks-BrainTools« der Universität Freiburg entwickelt medizinische Technologien, die direkt mit dem Nervensystem interagieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Biologie, Mikrosystemtechnik, Informatik und Medizin arbeiten daran, die Schnittstellen zwischen Gehirn und technischen Geräten flexibler und zugleich stabiler zu gestalten, um den direkten Signalaustausch in beide Richtungen zu optimieren. Zentrales Ziel der interdisziplinären Forschungsinitiative ist die Entwicklung intelligenter Implantate, die selbstständig Störungen im Gehirn erkennen und beheben sowie Systeme, die ausgehend von der Gehirnaktivität externe Geräte steuern, wie Prothesen oder Kommunikationshilfen.

Nach einem ersten Jahr intensiver Forschung wurden zu Beginn des zweitägigen Workshops am Freitagvormittag die bisherigen Ergebnisse der Projektgruppen ausgetauscht. Die Forschergruppe um Dr. Tonio Ball aus dem Bereich klinische Anwendungen führte vor, wie ein Roboterarm über große Distanz hinweg allein durch Hirnströme gesteuert werden kann. Als Schlüsseltechnologie wurde unter anderem die Integration von Laserdioden mit Axicon und Optrode für Anwendungen in der Optogenetik diskutiert. Im Bereich der Grundlagenforschung präsentierten die Wissenschaftler zum Beispiel Untersuchungen zur Aktivitätsdynamik von neuronalen Netzen bei Epilepsie. Neben der Vorstellung und Diskussion aktueller Forschungsergebnisse nutzten die Teilnehmer den Workshop, um neue Ideen für Forschungsthemen sowie Projektanträge zu sammeln.