Studenten auf Spurensuche beim »Tatort Physik«

Christoph Nebel berichtet den Studenten der jDPG, wie am Fraunhofer IAF künstlicher Diamant hergestellt wird.
© Fraunhofer IAF

Christoph Nebel berichtet den Studenten der jDPG, wie am Fraunhofer IAF künstlicher Diamant hergestellt wird.

In dem Plasmareaktor »Mirakulix« wächst künstlicher Diamant.
© Fraunhofer IAF

In dem Plasmareaktor »Mirakulix« wächst künstlicher Diamant.

Vor tiefblauem Hintergrund erstrahlen grellrote Gesichter und vereinzelt blitzen hellblaue Brillengläser in den Fokus der Infrarot-Kamera. Am 24. Januar konnten 16 Studenten der jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft (jDPG) bei ihrem Besuch am Fraunhofer IAF den Praxisbezug der Physik kennenlernen und die Wissenschaftler befragen.

 

Die roten Gesichter waren dabei Teil der Demonstration der QWIP (Quantum Well Infrared Photodetector) -Kamera, die Frank Rutz vom Fraunhofer IAF den Studenten vorstellte: »Das Bild zeigt eine Falschfarbendarstellung: Strahlt ein warmer Körper im Vergleich zur Umgebung relativ viel Infrarotstrahlung ab, wird dies mit roter Farbe angezeigt«, erklärte Rutz den Studenten, die prompt selbst zu Testobjekten wurden. Schon kleinste Temperaturunterschiede können mit der Kamera rauscharm eingefangen und abgebildet werden, was Rutz zufolge beispielsweise beim Auffinden vermisster Personen von großem Vorteil ist. 

Die Optik war auch das Thema bei der nächsten Station: Die Studenten besuchten das Applikationslabor am Fraunhofer IAF, wo Marko Härtelt unter anderem die Funktionsweise der Echtzeitspektroskopie mit dem Quantenkaskadenlaser in den Fokus rückte. Die innovative Technologie basiert auf Wellenlängen im mittleren bis langen Infrarotbereich. »Mit der Echtzeitspektroskopie können wir verschiedenste Feststoffe und Flüssigkeiten innerhalb weniger Sekunden identifizieren«, erklärte Härtelt den Studenten und scherzte: »Das ist ein bisschen wie bei der Serie ‚CSI‘«. Eine Petrischale mit den zu prüfenden Substanzen konnten die zukünftigen Wissenschaftlerinnen und Forscher anschließend selbst unter dem Laserstrahl bewegen und die schnelle Reaktionszeit des Messaufbaus prüfen.

von sanften Lichtstrahlen zu einem der härtesten Materialien wechselten die Studenten bei dem folgenden Besuch des Diamantlabors. »In den ellipsenförmigen Reaktoren können wir Diamant unterschiedlichster Qualität wachsen«, berichtete Christoph Nebel den Besuchern stolz und ließ die staunenden Studenten einen Blick in den Reaktionsraum des ellipsoidale Reaktors mit dem klangvollen Namen »Miraculix« werfen.
Nach einer abschließenden Fragerunde mit Joachim Wagner, der die einzelnen Forschungsbereiche des Instituts vorgestellt hatte, verließen die Studenten den »Tatort Physik« des Fraunhofer IAF voller neuer Eindrücke und informativem Beweismaterial.

Studenten am Fraunhofer IAF

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