Startschuss für das »Leistungszentrum Nachhaltigkeit«

© Foto Fraunhofer EMI

Die beiden Koordinatoren des Leistungszentrums: Professor Gunther Neuhaus, Vizerektor/Prorektor für Forschung der Universität Freiburg und Professor Stefan Hiermaier, Institutsleiter des Fraunhofer EMI (v.l.).

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Am Fraunhofer IAF entwickelte LED-Module mit 3000 Lumen bei 20 W.

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Energiewende – die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft fordern nachhaltige Lösungen. Daran arbeiten Wissenschaftler der fünf Freiburger Fraunhofer-Institute und der Universität Freiburg gemeinsam mit Partnern aus der Industrie nun verstärkt im neu gegründeten »Leistungszentrum Nachhaltigkeit«. Bei der Eröffnung des Leistungszentrums am Freitag, den 06. März stellten sich die ersten sechs Pilotprojekte vor: Sie widmen sich der Weiterentwicklung von Energiesystemen, nachhaltigen Werkstoffen, der Widerstandsfähigkeit von Systemen und dem gesellschaftlichen Umgang mit lokalen und globalen Veränderungen. Mit dem Projekt »SusLight« treibt das Fraunhofer IAF gemeinsam mit seinen Partnern die flächendeckende Verbreitung der ressourceneffizienten LED-Technologie voran.

Wie können wir in Zukunft die Versorgung unserer Gesellschaft mit Rohstoffen wie Öl, Land und Wasser sichern? Wir können wir sicherstellen, dass uns in Zukunft genug Strom – klimaneutral und zu bezahlbaren Preisen  zur Verfügung steht? Wie können wir den Klimawandel aufhalten und uns an seine spürbaren Auswirkungen anpassen? Um Lösungen auf diese zentralen Fragen unserer Gesellschaft zu entwickeln, bündeln die Freiburger Fraunhofer-Institute und die Universität Freiburg im »Leistungszentrum Nachhaltigkeit« ihre Kompetenzen. Insgesamt 7,2 Millionen Euro stellen das Land Baden-Württemberg und die Fraunhofer-Gesellschaft für die ersten zwölf Pilotprojekte zur Verfügung. Mit weiteren 6 Millionen Euro werden sich Industriepartner an den Forschungsprojekten beteiligen.

In interdisziplinären Projekten arbeiten Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaftler zusammen mit Unternehmen an nachhaltigen Strategien, die gleichzeitig technische, ökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigen. Die ersten sechs Pilotprojekte wurden bei der Eröffnungsfeier am 06. März von den Projektkoordinatoren vorgestellt. Sie beschäftigen sich unter anderem damit, wie man das Abfallprodukt CO2 als Rohstoff wiederverwerten und nutzbar machen kann oder untersuchen Reparaturmechanismen aus dem Pflanzenreich, um diese auf technische Materialien zu übertragen.  Das Fraunhofer IAF koordiniert das Pilotprojekt »SusLight«, das die weite Verbreitung der energieeffizienten LED-Technologie zum Ziel hat.

Nachhaltige LED-Beleuchtung: Interdisziplinäre Zusammenarbeit kombiniert technische mit wirtschafts- und verhaltenswissenschaftlichen Kompetenzen

Mit einem 85 % geringeren Energieverbrauch bietet die LED gegenüber der klassischen Glühbirne ein enormes Energieeinsparpotential. Sie ermöglicht es somit nicht nur den globalen Energiebedarf zu senken, sondern auch die Kosten für die Verbraucher. Dennoch ist die LED noch nicht flächendeckend verbreitet. »Denn obwohl sie langfristig aufgrund ihrer Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich Kosten spart, entscheidet sich ein Käufer oft gegen eine LED-Beleuchtung – wegen ihres hohen Anschaffungspreises«, erläutert Dr. Michael Kunzer vom Fraunhofer IAF. Daher arbeiten das Fraunhofer IAF und das Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg im Pilotprojekt »SusLight« an kostengünstigen und noch effizienteren LED-Modulen und LED-Treibern. Darüber hinaus ergänzen das Institut für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaften, das Betriebswissenschaftliche Seminar und das Institut für Wirtschaftsforschung der Universität Freiburg die technischen Entwicklungen durch wirtschafts- und verhaltenswissenschaftliche Forschung, um die Steigerung des LED-Marktanteils und die Kundenakzeptanz der LED-Beleuchtung voranzutreiben.

Intelligente Sensorik für Beleuchtungssysteme der Zukunft

Die LED wird in Zukunft nicht nur helfen den Strombedarf unserer Gesellschaft zu senken, sondern mit intelligenten Funktionen unser Wohlbefinden steigern. Bestandteil des Projekts ist die Integration von »Smart Lighting«: Als einer der Projektpartner arbeitet das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT) an einer automatisierten LED-Steuerung, die auf Veränderungen in der Umgebung reagiert. »Mit intelligenter Sensorik könnte eine LED-Deckenleuchte realisiert werden, die ihre Lichtintensität automatisch dimmt, wenn Sonnenlicht durch das Fenster scheint und wieder verstärkt, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt«, erklärt Frank Kuhn vom HSG-IMIT. Auch LED-Straßenbeleuchtung, die sich automatisch dem Lichtbedarf der vorbeigehenden Personen anpasst oder eine Wohnraumbeleuchtung, die je nach Tageszeit ihre Lichtfarbe wechselt, sind für die Forscher in Zukunft mit intelligenten LED-Leuchten möglich.

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