Fraunhofer-Taler für Prof. Dr. Joachim Wagner

Auszeichnung in Anerkennung seiner Verdienste um die Fraunhofer-Gesellschaft

33 Dienstjahre, 6 Institutsleiterwechsel, 4 Fraunhofer-Präsidenten – Prof. Dr. Joachim Wagner hat in seinem Arbeitsleben am Fraunhofer IAF vieles erlebt. Zum 65. Geburtstag und seinem Abschied vom Fraunhofer IAF wurde er im Rahmen eines Festkolloquiums mit dem Fraunhofer-Taler geehrt. Diese Ehrung wird an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verliehen, die sich um die Fraunhofer-Gesellschaft besonders verdient gemacht haben.

Auf seine Erfolge angesprochen reagiert Wagner – vielleicht typisch schwäbisch – bescheiden. Dabei gibt es in seinem Werdegang einiges, bei dem ein wenig Stolz angebracht ist. Einen Erfolg lässt er sich aber doch entlocken:

Prof. Dr. Joachim Wagner war 33 Jahre lang in verschiedenen Positionen am Fraunhofer IAF tätig. Nun wurde er mit dem Fraunhofer Taler ausgezeichnet.
© Fraunhofer IAF

Prof. Dr. Joachim Wagner war 33 Jahre lang in verschiedenen Positionen am Fraunhofer IAF tätig. Nun wurde er mit dem Fraunhofer Taler ausgezeichnet.

Beim Festkolloquium übergab Dr. Hans Brugger (HENSOLDT Sensors GmbH) die Auszeichnung an Prof. Dr. Joachim Wagner.
© Fraunhofer IAF

Beim Festkolloquium übergab Dr. Hans Brugger (HENSOLDT Sensors GmbH) die Auszeichnung an Prof. Dr. Joachim Wagner.

»Dass wir zusammen mit dem Fraunhofer IPMS den Quantenkaskadenlaser mit externem Resonator als Lichtquelle für die spektroskopische Sensorik zu einem miniaturisierten Modul als µEC-QCL weiterentwickelt haben und das Fraunhofer IAF als einen Schlüsselplayer in Europa auf diesem Gebiet etabliert konnten, darauf bin ich stolz. Mittlerweile können wir diesen sogar in der europäischen Pilotlinie MIRPHAB anbieten.«


Joachim Wagner und das Fraunhofer IAF waren seit über 30 Jahre ein enges Gespann. Am 1.1.1985 kam er als junger Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart nach Freiburg an das Fraunhofer IAF. »Hier war eine Stelle frei im Bereich des Wachstums diamantartiger Kohlenstoffschichten bei Professor Koidl«, erinnert er sich. Ursprünglich in Physik promoviert, reizte Wagner dieser Themenwechsel und der Sprung ins kalte Wasser. Bald darauf vollzog er eine weitere thematische Neuausrichtung – zur Halbleiteranalytik, verbunden mit der Chance, neue Labore aufzubauen und auszustatten. Mit seiner Habilitation 1990 an der Universität Freiburg bot sich ihm außerdem die Chance, Vorlesung zu halten und Studierende auf ihrem Werdegang zu begleiten, was ihm bis heute großen Spaß bereitet.

Mitte der 90er übernahm Joachim Wagner die Leitung der heutigen Abteilung »Optoelektronik« und richtete sie neu aus. Statt der Defektphysik lag der Schwerpunkt erst auf optoelektronischen Materialien, dann auf optoelektronischen Bauelementen und Modulen. Die Abteilung wuchs von 10 auf in Spitzenzeiten über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch hier förderte Wagner weiterhin den wissenschaftlichen Nachwuchs.

»Es war mir immer wichtig, junge Menschen nicht nur in ihrer Fach-, sondern auch in ihrer Führungskarriere zu stärken«, sagt er.


Mit dem nächsten Institutsleiterwechsel 1995 kamen wieder neue Strukturen an das Fraunhofer IAF. Wagner übernahm zusätzlich zu seiner Arbeit als Abteilungsleiter auch ein Geschäftsfeld; 2005 wurde er zudem stellvertretender Institutsleiter. 2016 folgte die Aufgabe, als Bereichsleiter die Geschäftsfelder des IAF zu koordinieren. Im Jahr 2017 leitete er zusammen mit Dr. Martin Walther das Fraunhofer IAF als kommissarischer Institutsleiter – eine Karriere, die er so nicht wirklich geplant hatte: »Einer meiner Mitarbeiter sagte einmal ‚Deine Work-Life-Balance sieht so aus: Your work is your life and your life is your work‘ – und so ist es auch«. Er lacht; die Freude an seiner Arbeit ist ihm über die vielen Jahre geblieben.

Ehrung für über 30 Jahre Fraunhofer

Zu seinem 65. Geburtstag, seinem 33. Dienstjubiläum bei Fraunhofer sowie als Abschied vom Fraunhofer IAF wurde Joachim Wagner im Rahmen eines Festkolloquiums mit dem Fraunhofer-Taler geehrt. Diese Ehrung wird an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verliehen, die sich um die Fraunhofer-Gesellschaft besonders verdient gemacht haben. Dr. Hans Brugger (HENSOLDT Sensors GmbH), Vorsitzender des Kuratoriums des Fraunhofer IAF, übergab die Auszeichnung. Nach seinem Ausscheiden am IAF wechselt Wagner zum Oktober 2018 nach Dresden an das Fraunhofer IPMS, wo er das Leistungszentrum »Funktionsintegration für die Mikro-/Nanoelektronik« koordiniert. Dort möchte er die Zusammenarbeit zwischen den Fraunhofer-Instituten im Leistungszentrum beim Transfer der Technologien in die Wirtschaft stärken und sie im Kontext der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland etablieren. Der Mann mit der ganz eigenen Work-Life-Balance bleibt der Fraunhofer-Gesellschaft also auch weiterhin erhalten.